Ironman Frankfurt – der Erlebnisbericht

Triathlon

-

Juli 7, 2008

Am letzten Wochenende fand der Ironman Triathlon in Frankfurt über 3,8km Schwimmen, 180km Rad und 42,2km Laufen satt. Sehr erfolgreich waren von der SG Poseidon Eppelheim Marco Hufnagel und Klaus-Georg Deck mit dabei. Sie kamen nach 9:04:43 h bzw. 9:35:55 h als 37. bzw. 144. von über 2000 Startern ins Ziel und schafften damit in ihren Alterklassen, die Qualifikation für die Weltmeisterschaften auf Hawaii.

Hier folgen nun die Erlebnisberichte von Klaus-Georg Deck:

 "Es lief alles gut, angefangen vom Schwimmen über die 3.8km, minus epsilon :-), auch wenn ich mir vor dem Start fast in den Neo machte und es bis zur ersten Boje doch ne Prügelei war, zumindest für uns im Mittelfeld. Beim Radfahren hielt ich mich etwas zurück, zum Einen um noch Körner für das Laufen übrig zu haben, andererseits war es (nach meinem Ermessen) schwer möglich, bei größeren Gruppen regelgerecht nach vorne zu fahren.

So konnte ich mich beim Laufen eindrucksvoll in Szene setzen! Spaß beiseite, dass ich bei Chrissie Wellington ein Drittel der Strecke mitlief, hatte den Grund, dass das Tempo einfach passte. Leider machte sich nach 15km mein Knie bemerkbar und ich musste das Tempo rausnehmen. Am härtesten und schmerzhaftesten war die 3. von den 10,5km-Runden, die ich dank des tollen Supports einigermaßen überstand. In der letzten Runde konnte ich mich durch das Einholen von Konkurrenten motivieren, die es trotz meines mittlerweile moderaten Temopos immer noch gab. An den farbigen Bändern war stets gut zu erkennen, wer in der gleichen Runde war. Natürlich war das Ziel vor Augen Motivator der größte Motivator! Dass ich dies dann deutlich unter 10 Stunden erreichte, war natürlich der Höhepunkt.

Danken möchte ich an dieser Stelle
– den tollen Supportern vor Ort, bei denen ich mich gerne revanchieren werde
– der Laufgruppe um Christian Stang, mit der es mir gelang, meine Laufform trotz
  fortschreitenden Alters einigermaßen zu konservieren
– alle denen, mit denen ich während des letzten halben Jahres individuelle Trainingseinheiten
  absolvieren konnte
– Paintrainer Christian Schmidt für die hervorragende Trainingsgestaltung und vor allem, für
  seine Ausdauer, mich von zu schnellen Lauftrainingseinheiten abzuhalten
– meinen Kindern, die sich – obwohl quasi auf der Laufbahn geboren – teilweise unfreiwillig auf
  dem ein oder anderen Wettkampf einfanden und durch mein Training bedingt, öfter auf mich
  verzichten mussten
– und nicht zuletzt Tina, die mich in jeder Hinsicht unterstützte und sich sogar vom long-
  distance Fieber anstecken ließ

So long, Georg

PS:
Sorry Torsten, Matthias und Marco, dass ihr ohne mich in Hawaii antreten dürft, auch wenn ich die Quali erreicht habe. So freut sich ein anderer.
Sorry Paintrainer, dass ich Deine Prognose nicht ganz erfüllt habe, aber 'Prognosen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen'; die Radzeit hätte sich noch verbessern lassen, aber das Risiko, dass daraus 6 Minuten in der Strafbox werden, war mir zu hoch "

und Marco Hufnagel:

"Ich fühlte mich gut vorbereitet und war mit viel Selbstvertrauen in meine Leistungsfähigkeit nach Frankfurt gereist.

Anders als Georg hatte ich das Glück in der ersten Gruppe breits um 6:45 Uhr starten zu dürfen. Dadurch bin ich auch nach dem Start ganz gut weg gekommen, habe schnell meinen Rhythmus gefunden und fand mich überraschender Weise schon nach 1:03:15 h in der 1.Wechselzone wieder. Doch wie sollte es auch sein, habe ich es verpeilt meinen Wechselbeutel zu den anderen an den Ständer zu hängen. Panik überkam mich, als ich den Beutel nicht wieder fand und die Helfer närrisch machte. Bis mich jemand darauf aufmerksam machte, dass ich ihn doch auch am Rad deponiert haben könnte.

Schnell ans Rad und fertig auf die Radstrecke auch dort kam ich recht gut in Tritt, so dass ich meinen ersten Vorsatz, nicht zu schnell anzugehen schnell vergaß und der Flow mich packte. Zunächst vom Rückenwind getragen, wurde ich am nördlichen Wendepunkt dafür hart bestraft. Der Wind frischte auf und gefühlsmäßig hatte ich nur noch mit Gegenwind zu kämpfen.

Obwohl ich in der 2. Radrunde überhaupt keine Lust mehr auf einen Marathon verspürte und nur noch meine Ruhe wollte wechselte ich nach einem Radsplit von 4:51:09 h in die Laufschuhe. Nach dem Wechsel spürte ich, dass meine Beine noch recht frisch waren und kam auch hier ganz gut in meinen Rhythmus. Auf der 1. Laufrunde näherte sich Timo Bracht von hinten. Im Vorbeilaufen rief er mir noch zu, dass ich nicht überzocken sollte. Doch ich konnte meine Tempo durchlaufen und der befürchtete Einbruch blieb aus. Mit einem abschließenden Marathon von 3:05:03 h überquerte ich schließlich nach einer Gesamtzeit von 9:04:43 die Ziellinie und habe damit mehr erreicht als ich erwartet habe. In allen 3 Disziplinen konnte ich meine bisherigen Bestzeiten verbessern. OK, auch wenn die Schwimmstrecke etwas zu kurz war.

Hawaii ist gebucht und drei Poseidons (leider doch ohne Georg) fliegen im Oktober nach Kona!!!!
Mein Dank gilt allen, die während des Wettkampfes an uns gedacht, Daumen gedrückt, persönlich anwesend oder sonst irgendwie zu unserem großartigen Erfolg beigetragen haben.

Grüße Marco"

ironmanfrankfurt2 ironmanfrankfurt1